DESIGN THINKING AND HUMAN VALUES

Das AWE Fach „Design Thinking and Human Values“ wurde 2010 an der HTW-Berlin eingeführt wurde. Jedes Semester stellen sich dabei Studierende der Herausforderung in multinationalen und interdisziplinären Teams ein innovatives Produkt, eine Dienstleistung oder einen Prozess zu gestalten und zu realisieren. Sie lernen von Anfang an, Empathie für potentielle Kunden zu entwickeln, trainieren ihre kreativen und analytischen Fähigkeiten und berücksichtigen die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Produktes. Dies hat folgenden Hintergrund: Finanzkrise, Klimawandel, knapper werdende Ressourcen, Migration und sich ändernde Bevölkerungsstrukturen haben neben der fortschreitenden Digitalisierung in den letzten Jahren zu einem Umdenken in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geführt. Mit den Begriffen Verantwortung, Menschenwürde, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit sind Human Values zum „Business Case“ bei Global Playern, KMUs, NGOs, Konsumenten, Parteien und Medien geworden. Für die Bereiche Strategische Unternehmensplanung, Nachhaltigkeitsmanagement, Produktentwicklung und Leadership sind Unternehmen daher auf exzellent ausgebildete Nachwuchskräfte angewiesen, um auf veränderte Rahmenbedingungen am Markt reagieren zu können. Diesem Anspruch stellt sich das Fach „Design Thinking and Human Values“.

DESIGN THINKING IST „DENKEN MIT DEN HÄNDEN“

Ideen für ein Produkt, eine Dienstleistung oder für einen Prozess werden in schnellen Zeichnungen zu Papier gebracht und in einfachen dreidimensionalen Modellen oder Rollenspielen veranschaulicht. Die Lehrmethode hat viele Mütter und Väter. Einige Ihrer Wurzeln liegen in der Architektur und im Participatory Design. Ein Treiber der Entwicklung war und ist sicherlich die globale Innovationsberatung IDEO mit David Kelly, Terry Winograd, Larry Leifer, Tim Brown und Valerie Casey (ehemals IDEO), um nur einige zu nennen. Die Methode entwickelt sich ständig weiter. Mit der d.school an der Stanford University in Kalifornien und der HPI School of Design Thinking in Potsdam, beide entstanden durch die Initiative und großzügige Unterstützung von Hasso Plattner, erreicht Design Thinking eine immer größere Popularität und Anwendung in KMUs und global agierenden Unternehmen. Siehe dazu: Können Hände denken?  http://www.cutsandtalks.de/

Die in der Abbildung dargestellten Schritte kommen bei der Entwicklung von innovativen Produkten und Serviceleistungen in einem iterativen Prozess zur Anwendung.

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Abbildung nach: Design Thinking: Innovation lernen, Ideenwelten öffnen. Hasso Plattner, Christoph Meinel, Ulrich Weinberg. 2009 Quelle: blog.interkomp20.org

Es geht darum, Kunden und ihre Lebenssituationen zu verstehen, sie zu beobachten, Empathie für Sie zu entwickeln und in „ihren Schuhen zu laufen“. Die Ergebnisse aus der ersten Phase werden gesammelt und ausgewertet. Unter Berücksichtigung von technischen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten wird ein Standpunkt definiert und eine Design Aufgabe benannt. Anschließend beginnt die kreative Phase. Soviel Ideen wie möglich für die Lösung der Design Aufgabe werden generiert, bevor es an den Bau des Prototypen geht, der am Ende getestet wird. Es ist eine sehr komplexe Methode des Lernens und Lehrens, die „unter die Haut geht“, Kreativität und Empathie fordert und fördert, Fehler zulässt, Kommunikation und Networking generiert und schnell zu Ergebnissen führt. Durch die interdisziplinäre und internationale Zusammensetzung der Kurse wird ein Denken „out oft he box“ gewährleistet. Im Verlauf einer Exkursion nach Kalifornien im September 2010 hatten wir Gelegenheit die d.school an der Stanford University und deren Arbeitsweise kennenzulernen.